Motorspritze 1929
Die historische Motorspritze angekauft am 8. Oktober 1929
Hier die technischen Daten von der Motorspritze:
Fabrikat: Rosenbauer
Motor: DKW
Pumpentyp: C 50
Modell: H 50/3
Fabriksnummer: 3929
Fördermenge: 500 Liter
Förderhöhe in Meter: 80 Meter
Motordaten: 2 Zylinder - 2 Takt P 6 Wassergekühlt (PZW)
Hub 68
Bohrung 74
Hubvolumen 585
Vorgesehen Motorleistung 14/16 PS
Motornummer 244506 /74
Saugschläuche 3 x 3 70 mm Durchmesser mit Schraubkupplung
Preis: 5.500.-- Schilling frei Kitzbühel samt Zubehör
Wo die Pumpe mit dem Unterwagen vorher gestanden ist, ist mir leider unbekannt, aber nach dem Neubau vom Feuerwehr - Zeughaus im Jahr 1975 wurde sie in den Gemeinschaftsraum im Keller ausgestellt.
Restaurierung der Pumpe mit Anhänger:
Auf Grund der Vorbereitungen zum Gründungsfest 150 Jahre, der Freiwilligen- Feuerwehr Kitzbühel, kam auch die alte verstaubte Pumpe bei uns Oldtimern ins Gespräch. Im damaligen Kommando der Feuerwehr, ja wäre schön, wenn das historische Gerät zur 150 Jahr-Feier ausgestellt werden könnte.
Eine große Frage war, soll das Gerät nur dem Anblick dienen oder soll der Motor und Pumpe fuktionieren? Da schieden sich die Geister, bis nach langen Diskussionen, Mariacher Helmut und Reiterer Edi beschlossen, die Pumpe wird wieder funktionieren!
Der Start der Reparatur bzw. kompletten Durchsicht begann am 11. November 2021, Kameraden Peter Überall, Reiterer Edi und Heli Mariacher mussten den Transportwagen der Pumpe zerlegen. In einzelnen Teilen konnten wir den Wagen über den Lift und Stiegenhaus zum Vorplatz bringen. Die Pumpe wurde nach St. Johann in die Werkstatt der Oldtimergruppe und der Unterwagen zum Reiterer Edi Werkstätte nach Aurach geliefert.
Arbeiten November 2021
Als erstes die oberen Verschraubungen, die Tankfüllöffnung und den Mischerdrehhebel abgeschraubt, dann die Benzinzuleitung mit dem Schauglas und Filter vom Tank zum Vergaser abgebaut. Da sah man die ersten großen Ablagerungen. Es galt die Teile von den Verschmutzungen genauestens zu reinigen, die Dichtungen nicht zu beschädigen und alles für einen späteren Zusammenbau wieder herzurichten.
Dann wurden die beiden Schmiertopfbüchsen abgeschraubt, vom alten Fett gereinigt und so für den Zusammenbau hergerichtet.
Vom Zwischenlager-Gehäuse den Kontrollschrauben und den Ablassschrauben abgeschraubt, es befand sich kein Fließfett mehr im Gehäuse!
Es soll laut alten Beschreibungen: AMBROLEUM verwendet werden!
Als Nächstes wurde der defekte Wasserschlauch vom Gasstrahler ausgebaut, dazu gibt es den passenden Hakenschlüssel um die Mutter zu lösen und dann die beiden alten Schlauchbinder gelockert.
Die Ablasshähne vom Kurbelgehäuse abgeschraubt, gängig gemacht und die Bohrung gereinigt!
Bei der Magnetzündung wurden die brüchigen Kabel mit den Kerzensteckern ausgebaut,die Anschlüsse am Magneten waren nichte mehr vorhanden, daher haben wir uns selber fehlende Teile ersetzt, an einem Stecker mußten wir ein 3 mm Gewinde mit Madenschraube neu machen. Die Zündkerzen waren in Ordnung und gaben guten Funken. Der Arbeitsscheinwerfer mußte zerlegt werden und gelötet und funktionstüchtig gemacht werden. Der auskuppelbare Dynamo für die Beleuchtung wurde wieder instandgesetzt!
Im Winter 2021-2022 war unser Kamerad Reiterer Edi mit dem Transportwagen der Pumpe und den dazugehörenden Kufen, die im Winter statt der Räder verwendung finden, voll beschäftigt. Er musste einige Teile (Kotflügel und Handkurbel der Bremse) abbbauen, um so alles perfekt zu renovieren.
Für eine gute und wichtige Wasserkühlung vom Motor sind alle Kupferleitungen gereinigt worden. Neue Dichtungen nachgebaut, und der 4 Wegehebel an der Unterseite vom Pumpengehäuse ausgebaut. Die Bohrungen für (Entleeren-Kühlung-Kontrolle-Zu) gereinigt und mit neuer Dichtung wieder zusammengebaut!
Der Vergaser wurde abmontiert, zerlegt , gereinigt und wieder sorgfälltig zusammengebaut!
Die beiden Ausgangsventile zerlegt, gereinigt und mit neuen nachgebauten Dichtungen wieder eingebaut. Zischhähne auf Durchgang geprüft!
Ein großes Problem war der Benzintank, nach sovielen Jahren sind die Ablagerungen hartnäckig gegenüber Lösungsmittel wie Diesel und Spezialreinigern!
Trotz mehrmaligen Waschen mit Dampfstrahler gab es kein zufriedenstellendes Ergebniss!
Heli hatte die Idee, Tank mit trockenem Splitt füllen und in eine Mischmaschine spannen und stundenlang im Kreis zu drehen.
Als nächstes war ein Startversuch am Plan, da der Tank noch nicht sauber war, hat Rudi einen Ersatztank gebaut. Schnelle Lösung!
Der erste Versuch ist leider fehlgeschlagen, aber wir vertauschten die Zündkabel und nach einigen Startversuchen ist der Motor gelaufen!
Wir waren froh, der Motor läuft wieder nach 93 Jahren!!
Nach diesem erfreulichen Tag wurde die Pumpe mit dem innen gereinigten Tank, Filter ,Schauglas, Leitungen, Scheinwerfer mit Dynamo, wasserführende Armaturen usw. zusammengebaut für einen Probesaugbetrieb und Druckbetrieb bereitgestellt. Es wurden alle notwendigen Schmier.-und Treibstoffe gefüllt.
Davor wurden die Saugschläuche mit einem Gummipflegemittel innen getränkt, um eine Elastizität wieder herzustellen. Auch haben wir bei den Schraubgewinden die Gummidichtungsringe mit aus Hydraulikzylindern neue Ringe ersetzt.
Am 25. März 2022 war der Tag der Gewissheit,ob sich die Arbeit mit vielen Stunden ausbezahlt hat,die historische Pumpe der Feuerspritze II aus dem Jahr 1929 zu restaurieren gelohnt hat. Wir befüllten einen großen Behälter mit Wasser, kuppelten 2 Sauger an die Pumpe starteten den Motor, nach kurzer Zeit war angesaugt und wir hatten cirka 7 bar Ausgangsdruck!! Einfall Toll
Nach dem Probelauf gab es noch Undichtheiten an der Pumpe, ganz besonders an der Zylinderkopfdichtung, aber für die Ausstellung bzw. Vorführung am Festttag 11. Juni 2022 in der Stadt sollte die defekte Kopfdichtung kein Problem darstellen. Am Unterwagen waren noch Änderungen der Halterung für die Pumpe und die Montage der Schlauchhaspel zu machen.
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kitzbühel feiert 2022 das 150. Jährige Bestehen.
Die Stadtfeuerwehr Kitzbühel stellt alle Ihre Fahrzeuge und Gerätschaften der Bevölkerung und den Gästen vor.
Es war der Samstag, der 11. Juni 2022, die Fahrzeuge der Feuerwehr wurden aufgestellt und die Ausrüstungen davor ausgebreitet und von der jeweiligen Mannschaft bestens erklärt, für welche Situationen die Gerätschaften verwendet werden.
Auch die Oldtimergruppe TLFA 4000 Kitzbühel hat an dieser tollen Veranstaltung teilgenommen.
Wir haben einen historischen Platz zugewiesen bekommen, vor dem heutigen Stadtbauamt und Meldeamt, denn dieses Gebäude war anno dazumal das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Kitzbühel.
Wir hatten eine Menge Arbeit alle unsere historischen Gerätschaften, Helme, Gurte, Haken sowie Verteiler, Strahlrohre usw. und die beiden Handdruckpumpen aus den Jahren 1840 und 1880, Motorspritze II aus dem Jahre 1930 sowie die Polenspritze mit dem Baujahr 1936 und die Kleine RL 25 aus dem Jahr 1950 und unsere 4 Fahrzeuge zeitgerecht nach Kitzbühel zu bringen.
Dank der guten Kameradschaft war es möglich, alles um 10 Uhr perfekt ausgestellt zu haben.
Unsere Mannschaft ist einheitlich in einer historischen Uniform aufgetreten. Wir haben diese Uniformen von den Kameraden der FF Ried aus OÖ leihweise bekommen. Großen Dank an Kameraden Herrn Spitzer Josef!!
Um 11 Uhr wurde beim Jubiläumsgarten das Wappen der Stadtfeuerwehr Kitzbühel von Bürgermeister Dr. Klaus Winkler und Kommandant Alois Schmidinger enthüllt.
Der Höhepunkt von Seiten der Oldtimergruppe war der Sirenenalarm um Punkt 12 Uhr, es galt mit allen Handdruckpumpen und den Motorspritzen Wassermarsch zu geben.
Es war für uns eine große Herausforderung, trotz Probeübungen in St. Johann, ob die Motorspritze II auch funktioniert?
Es war kaum zu glauben, aber ca. 1 Minute nach Sirenenalarm, ist aus allen Strahlrohren gespritzt wurden. Es war einfach toll, wie die alte Pumpe aus dem Jahr 1840 bis 1950 so gut funktionierten.
Viele Besucher der Veranstaltung, ob jung oder alt, probierten einmal die alten Pumpen in Bewegung zu setzen, und waren erstaunt über die Kraftanwendung und der Wirkung der Pumpen!
Die Veranstaltung wurde wie vorgesehen um 16 Uhr beendet und wir transportierten unsere Gerätschaften wieder nach St. Johann in unsere Garagen.
Nach dieser perfekten Vorführung von unseren historischen Gerätschaften und Fahrzeugen der Oldtimergruppe TLFA 4000 Kitzbühel, wurden einige Exponate wieder nach Kramsach ins Bauerhöfemuseum zurückgeliefert. Wir stellen schon seit Jahren unsere Gerätschaften aus und beteiligen uns jedes Jahr beim grossen Kirchtag.
Für uns ist es eine gute Gelegenheit uns den tausenden Besuchern vorzustellen und auch die Handdruckpumpen mit Hilfe der Besucher zu betätigen.
Am 5. März 2024
Wir haben die 1929 er Pumpe vom Höfemuseum abgeholt um die defekte Kopfdichtung zu reparieren. Die wasserführenden Ventile abgebaut, Benzintank mit Anschlüssen wieder abgebaut und den Zylinderkopf abgeschraubt. Defekte Dichtung vorsichtig abgehoben und gut verpackt nach Wien zur Fa. Wolf-Dichtungen gesendet. In der Zwischenzeit den Zylinderkopf plangeschliffen, gereinigt, für den Zusammenbau alles hergerichtet und eine Benzinleitung neu eingepresst.
Am 23. April 2024
Nach dem Zusammenbau haben wir die Pumpe gestartet und auch eine Dichtheitskontrolle durchgeführt. Nur ein kleines Problem war, die Schwimmernadel vom Vergaser steckte, auch dieses Problem konnten wir rasch lösen.Danach wurde die Pumpe nach Kitzbühel in den großen Container gestellt.
Die Kosten der Restaurierung übernahmen Mariacher Helmut und Reiterer Edi und die Oldtimergruppe TLFA 4000 Kitzbühel.
Gesamtstundenaufwand: 480 Stunden
Ein großes DANKESCHÖN an die Kameraden, Höller Rudi, Herz Karl, Reiterer Edi, Mitterer Armin von mir Mariacher Helmut
Im Oktober 2025 hat mich, Mariacher Helmut, unser Kdt. Andi Reisch angerufen und gefragt, wo ist eigentlich die alte Pumpe vom Keller? Ich sagte, die ist restauriert worden und weil niemand nachgefragt hat, wo die Pumpe nach der Vorführung im Juni 2022 hingekommenist, haben wir einen Platz in unserem Container bereitgestellt.
Reisch möchte die Pumpe im Gerätehaus aufstellen, er wird um einen geeigneten Platz schauen.
Kurzum, die Pumpe wurde noch am gleichen Tag von Kameraden der Feuerwehr abgeholt und steht derzeit auf einem Hochregal hinter den Fahrzeugen.
Wir, die Kameraden der Restauration, hoffen nur,daß die Pumpe einen guten,sichtbaren Platz bekommt und bei festlichen Anlässen vorgestellt wird.
mkG
Mariacher Helmut




































































































































