Vereine der Stadt Kitzbühel

Stratilek Anhängerspritze DS 16

Technische Daten:
Stratilek DS 16
Baujahr: 1933 oder auch später
Motor: Stratilek CIS 1621 4 Zylinder 1198 ccm 25,7 kw
Motornummer:1740
Motorstarter: Kurbel mit Magnetzündung
Eigengewicht: 500 Kg
Wasserlieferung: 1000 L / 6 atü
Länge: 3,10 Meter Breite: 1,60 Meter Höhe: 1,40 Meter

Geschichte:
Diese Anhängepumpe (Stratilek) ist als Leihgabe von einem Fabrikanten aus Polen im Kriegsjahr 1942 nach Kitzbühel gekommen. Das Bild oben zeigt das
Übergabeschreiben an den Bürgermeister Erwin Müller und der damaligen Kreisfeuerwehr Kitzbühel.
Diese historisch wertvollen Unterlagen wurden uns von Herrn Pichler Toni, vulgo "Bichlschmid Toni", dankenswerterweise überlassen, um diese Geschichte zu dokumentieren.
Die Feuerwehr Kitzbühel hat diese Pumpe am LF Magirus angehängt und ist zu den Einsätzen im 2. Weltkrieg bis nach Wörgl, Kufstein, Innsbruck und auch Rosenheim und München gefahren. Es wurden laut Erzählungen über 4.400 Betriebsstunden gezählt.
Nach Kriegsende ist die Pumpe hauptsächlich von einem instandgesetzten Wehrmachts-Feuerwehrauto, das aus der Kitzbüheler Ache geborgen wurde, der Klöckner-Humbolt-Deutz mit Allrad und wie oben erwähnt mit dem Magirus gezogen worden. Erst einige Jahre später mit einem zurückgelassenem Jeep der Amerikaner.
Wichtig waren auch die Überprüfungen der Einsatzgeräte und Pumpen wie in den nächsten Papieren aus der Zeit vom 29. März 1946 und 18. März 1947 zu sehen sind.
Die Pumpe wurde in den frühen 60 iger Jahren ausgemustert, weil TS 8 auf den Markt gekommen ist.

Erste Durchsicht und Besprechung über die Polenspritze, soll man das Gerät wieder in Stand setzen?
Im Frühjahr 2012 waren wir in Kirchdorf stationiert, und haben mit Kameraden Schett Pepi probiert die Pumpe zu starten. Leider war die Mühe umsonst, es funktionierte nichts, der Motor wollte nicht! Dann wurde die Pumpe wieder in ein Eck gestellt, weil der Steyr 580 damals unser wichtigstes Projekt war.
Die Jahre vergingen und 2017 war der Steyr fertig und es wurde an den anderen Fahrzeugen wie Flory, Gipsy und GMC gearbeitet.

2017
Am 11. Oktober war der Start der Restaurierung, der Versuch den Motor mit der Handkurbel zu drehen, war sehr schwierig, nach so langer Zeit steckte möglicherweise ein Kolben. Nach vielen Versuchen endlich drehte der Motor.
Wir, Rudi,Theo und Heli haben Benzin gefüllt, und wir wurden sofort überascht, weil viele Leitungen undicht oder verstopft waren, also wurde die Verkleidung abgebaut, der Benzintank mit allen Leitungen, Absperrhahn, Chokegestänge, Gasseil demontiert. Die Zischventile, Zündkerzen ausgebaut,gereinigt und nach diesen Arbeiten wurde Benzin gefüllt und alles wieder zusammengebaut und Startversuch gemacht.
LEIDER NEGATIV!
Dann ist der Freund LENZEI dazugekommen. Wir schleppten die Pumpe nach Brixen, er brachte den Motor zum Laufen, aber nur mit einer Bohrmaschine als Starthilfe.
Nach dieser Meldung haben wir die Pumpe wieder zurück in unsere Werkstätte gezogen und weitere Versuche mit trockenem Saug.-und Druckbetrieb gemacht. Sobald wir auf ANSAUGEN geschaltet haben, ist der Motor abgestorben.
Warum, was war schuld? Wir konnten auch den Motor nur mit einer Bohrmaschine starten und das war nicht zufriedenstellend! Wo gab es im Krieg eine Bohrmaschine?

Nach der Winterpause am 20. März 2019 war wieder Start für weitere Arbeiten an der Pumpe.
Wie die Bilder zeigen, begannen Herz Karl, Brugger Theo und Höller Rudi mit den umfangreichen Restaurierungsarbeiten. Es wurde das Motoröl abgelassen, die Ölwanne wurde öfters mit einem speziellen Reinigungsöl durchgewaschen. Besonderes Augenmerk mussten wir auf die Motorkühlung machen, weil der Motor im Betrieb mit dem angesaugten Löschwasser der Pumpe gekühlt wird und die Kühlleitungen führen durch die Ölwanne zum ÖLkühler. An der Ölwanne waren 2 Anschlüsse für Kühlwasser abgebrochen, diese mussten nachgebaut werden, es gibt keine Ersatzteile für so eine alte Pumpe. Nach einer Beratung kamen wir zum Schluss,auch den gesamten Pumpenteil zu zerlegen.

27. März 2019
Als erstes wurde der Ansaugteil der Vakuumpumpe abgebaut, komplett zerlegt, und man kann die Ablagerungen von Rost und Dreck, die sich angesammelt haben sehen. Der Feinfilter konnte gereinigt werden, aber die Dichtungen mussten neu nachgebaut werden.Der Hebel der Ansaugpumpe wieder bewegbar gemacht,Gasgestänge gängig gemacht,und eine neue Verzahnung am Arretierungshebel eingeschliffen. Die Zündkerzen wurden gereinigt und für den ersten Startversuch mit einer Bohrmaschine konstruierten wir eine Befestigung der Bohrmaschine zum Starten. Für den Zündmagneten brauchen wir höhere Umdrehungen!
Nach einigen Umdrehungen spukte der Motor und ist abergleich wieder abgestorben. Die Öldruckanzeige hatte 2 bar angezeigt!!
Am 10. April 2019 war der erste Saugversuch leider fehlgeschlagen! So bald wir die Vakuumpumpe zuschalteten, sank die Drehzahl vom Motor auf null!!
Liegt es am Magneten, zuwenig Strom, was sonst? Wieder standen wir vor einem Problem das es zu lösen galt. Als mögliche Ursache glaubten wir der Magnet war schuld, daher wurde der Magnet ausgebaut und nach Vorarlberg versendet um die Funktion zu überprüfen.
Derzeitiger Stundenaufwand der Schrauber Rudi,Lenz,Theo, Karl und Heli 195 Stunden.

Vom März 2020 bis zum August 2024 waren andere Arbeiten wichtiger, wie die 29 ziger Pumpe aus dem Jahr 1929, die Vorbereitungen für das Jubiläumsfest 150 Jahre Feuerwehr Kitzbühel und die Ausstellung der Feuerwehr mit der Oldtimergruppe TLFA 4000 im Stadtmuseum Kitzbühel vom 25. November 2022 bis Mai 2023!
Im Jahr 2024 übersiedelte die Oldtimergruppe TLFA 4000 Kitz von St. Johann nach Kitzbühel,in die neu errichtete Rundbogenhalle mit Containern. Zu diesen enormen besonderen Arbeiten waren auch die Wartungs.- und Servicearbeiten an den Fahrzeugen zu erledigen. Man hatta genug zu tun, daher wurde die Restaurierung der POLENSPRITZE wieder mal hintangestellt!

Im September 2024
Nochmaliger Abbau der Motorhaube mit allen wichtigen Hebeln, Seilzügen und Gestänge und Armaturen um zum Ausbau vom Benzintank zu kommen. Kühlwasseranschlussrohr am Zylinderkopf abgeschraubt. Neue Dichtungen für Kühlwasseranschlüsse nachgebaut, Anschlussstellen gereinigt.
OT am Schwungrad für die Zündreihenfolge gesucht. Stehbolzen für Wasseranschluss am Zylinderkopf erneuert.
Seitendeckel von Ventilstössel abgeschraubt, Zündmagnet mit Kabeln ausgebaut.




Im Oktober 2024
Gereinigten Benzintank und Benzinleitungen eingebaut, die Gestänge und Seilzug für den Motorbetrieb angeschraubt, Öldruckmanometer angeschlossen.
Töni, der Magnetspezialist, drehte uns einen Adapter zur Kurbelwelle, um besser starten zu könen. Beim letzen Versuch ist der Bolzen abgebrochen und die
Bohrmaschine ist kaputt gegangen! Wir haben dann leihweise eine starke Maschine vom HWK bekommen. DANKE !
Weitere Startversuche mit der stärkeren Maschine gemacht,hatten 2 Fehlzündungen, Vergaser abgeschraubt, mit Druckluft gereinigt, Zündkerzen ausgeschraubt, Benzin in den Kolbenraum gespritzt, Zündfunken an Kerzen geprüft,alles wieder zusammengesetzt und weiteren Startversuch gemacht. Der Schrauben 8.8 am Adapter ist gebrochen, eine besserer Schrauben ist notwendig! Ein 10.9 soll es sein!!

Im November 2024
Wir, Toni und Heli sind wieder in der Werkstätte und machten einige Startversuche. Kerzen raus, Benzin kontrolliert, Zündkerzenfunken, das gleiche Spiel, aber leider
kein Erfolg. Toni wird sich schlau machen.
Am 27. November waren Toni und Heli wieder in der Werkstätte bauten den Magneten aus, drehten den Motor ohne Zündkerzen, offene Zischhähne sehr leicht!
Drehrichtung vom Magneten kontrolliert, der Magnet ist ohne magmnetischer Wirkung!! Er wird den Magneten aufmagnetisieren. doch nun ist winterpause!

Im Mai 2025
Am 21. Mai haben wir uns wieder in der Werkstätte getroffen, und haben beschlossen, Schritt für Schritt alles zu kontrollieren.
Benzinzufuhr Zischhähne, Zündkerzen, Zündfolge usw. alles war ok.
Eine Überlegung war, kann ein Ventil stecken? Daher eine schlechte Kompression!
Wir haben den Zylinderkopf abgebaut, aber davor ein Telefonat mit der Fa. Wolf in Wien gemacht, ob es möglich ist, so eine alte Dichtung nachzubauen?
Nach positiver Antwort haben wir den Kopf abgebaut. Ein Ventil steckte, also, es war gut, dass wir den Kopf abgebaut haben!
Im Juni und Juli 2025
Es wurden bessere Zündkabel besorgt, Auspuffkrümmer abmontiert und neue Dichtungen für den Auspuff und Ventildeckel nachgebaut.
Bis die neue Zylinderkopfdichtung kommt, wurde der Kopf plangeschliffen, Stehbolzen Gewinde penibel gereinigt und der Motorblock genau gereinigt und gegen Staub abgedeckt!
Heli hatte einige Telefonate mit Feuerwehrleuten in der Slowakei über den STRATILEK Motor geführt! Speziele Fragen über technische Date, wie Anzugsdrehmomente, Ventilspiel,Einstellung am Zündmagneten usw.
Leider waren auch sprachliche Hindernisse dabei, so bekamen wir nicht immer die gewünschten Auskünfte.
Die neue Dichtung aus Wien von Fa. Wolf ist angekommen, nach der Montage der Kopfdichtung (Anzugsdrehmoment 8 KG)wurde auch der Auspuffkrümmer mit neuen Dichtungen sowie der Vergaser montiert. Ein weiterer Startversuch wurde gemacht, leider wieder negativ!!
Da standen Toni und Heli vor der Maschine und waren sprachlos, wo liegt der Fehler? Der Magnet wurde zum x ten mal ausgebaut, und Toni und Heli sind mit dem Zug nach Innsbruck und mit dem Bus nach Lans zu Mechanikermeister Clemens Mayr gefahren, Clemens kontrollierte den Magneten und sagte es ist alles ok!

Im August und September 2025
Erste Arbeit war, auf Grund der Informationen aus der Slowakei, das Ventilspiel einzustellen, andere Zündkerzenstecker und Kabel zu verwenden, der Magnet wurde wieder eingebaut und auf den angesagten Zündzeitpunkt eingestellt!
Wieder einen Startversuch gemacht mit der guten Bohrmaschnine ABER leider ergebnisslos!!!
TONI SAGTE: wir geben nicht auf, wenn nicht dieses Jahr dann eben 2026!!
Toni und Rudi gehören nicht dem Verein an, sind immer bereit mitzuarbeiten, wenn sie von Heli angerufen und gefragt werden.
Vielen Dank für die Arbeit
Bis jetzt wurden 314,5 Stunden geleistet!
Im neuen Jahr 2026
am 25. Februar haben wir den Magneten zum x ten mal ausgebaut, um neu zu magnetisieren. In der Zeit hat sich Heli um einen anderen Magneten mit Schnapper umgesehen und wurde in Berlin fündig. Nach einem Telefonat und 2 E- Mails war man einig und der Zündmagnet war einige Tage später in St. Johann.
Nun konnten wir den alten Magneten zerlegen und sahen, warum wir den Motor nicht starten konnten. Es fehlte am alten Magneten ein Teil, der möglicherweise beim Service in Deutschland nicht mehr eingebaut wurde!
Im April und Mai wurden einige Startversuche gemacht und man war sich einig, wir bauen den Berliner-Magneten in die Pumpe ein.
Im Juni hat Helmut und Thomas noch einmal den OT festgestellt, die Zündfolge mit 1-2-4-3 festgestellt und den Magneten aus Berlin eingebaut, die Zündkabel dementsprechend der Zündfolge mit besseren Steckern angeschlossen.
der 14. Juli 2026
die Schrauber Toni, Rudi und Heli sind zusammengekommen um noch einmal einen Startversuch nach all den Stunden und Tage zu machen.
Frischer Benzin wurde geholt und in den Tank eingefüllt, mit spezieller Spritze bentin in die Zischventile und in den Vergaser gespritzt.
Große Bohrmaschine angesteckt und auf Kommando hat Heli den Motor gestartet! Nach dem 3. versuch ist der Motor angesprungen!!!!!!!!!
Der Motror schnurrte es war ein großer Erfolg!
Danach wurde der Motor noch mehrmals nur mit der Kurbel gestartet ohne Probleme!

DIE ARBEIT
Am 17. Juli 2026 mussten die Dichtungen vom Kühlkreislauf an der Ölwanne erneuert werden, es wurden 4 Stück Dichtungen nachgebaut werden und mit Dichtungsmasse versehen die Deckel wieder eingebaut werden. Am Vergaser wurde ein Öler eingebaut, um mit der speziellen Spritze Benzin besse einspritzen zu können. Der Abstellknopf wurde wieder instandgesetzt und haben nochmals 2-3 mal mit der Handkurbel den Motor problemlos gestartet!
Am 11. August 2026
Toni, Rudi und Heli sind um 8 Uhr zusammengekommen, Tankwagen aus der Garage, Polenspritze mit Hand aus der Garage gezogen, B- Zuleitung zum Ansaugstutzen der Pumpe und einen B- Schlauch mit Strahlrohr beim Ausgang angeschlossen. Wasser vom Tankwagen ohne Druck zur Pumpe geleitet, Pumpe per Hand gestartet.
Die Pumpe erzeugte guten Druck, doch plötzlich platzten 2 Leitungen. Toni stellte den Motor sofort ab, Heli sperrte den Zulauf vom Wasser. Nach genauer Begutachtung es war der Anschluss zum Manometer nicht fest und eine Leitung hatte einen Haarriss möglicher alter Frostschaden.
Die Teile zum Löten gebracht und beim Lagerhaus und bei Installateuren Leitungen mit Zollgewinde gesucht.
Alle Teile zusammengebaut und mit Hanf und Fett sorgfälltig in die Pumpe eingebaut.
Der 10. Aug. 2026
Um einen problemlosen Betrieb der Pumpe zu haben, suchte ich immer wieder nach einem Betriebshandbuch der Stratilek Pumpe. Bei der Feuerwehr Kitzbühel wurden viele Unterlagen beim Neubau vom Gerätehaus zum Müll gegeben.
Also ich schickte ein Mail an das Museum-Myto in der Tschechoslowakei. Es dauerte nur 3 Tage und der Herr MARTIN STEPAN , Kurator vom Museum hat mir zurückgeschrieben. Nach einem kurzen Gespräch am Telefon erhielte ich das komplette Betriebshandbuch per Mail zugeschickt, sogar mit Abbildungen vom Kühlkreislauf!
Das Mail war in Tschechisch geschrieben, es wurde von Magister Matthias Egger, Archiv Innsbruck, in unsere Sprache Übersetzt. Vielen DANK Matthias
An dieser Stelle: ein großes DANKE SCHÖN an Herrn Martin STEPAN vielen Dank für Ihre Hilfe.
Im Sept. 2026
Es gibt an der Pumpe noch einige kleine Verbesserungen zu machen, wie ein Ablaßhahn für das Kühlwassr soll noch eingebaut werden.