Vereine der Stadt Kitzbühel

Anhängermotorpumpe

Stratilek Anhängerspritze 1600

Technische Daten:
Stratilek DS 16
Baujahr: 1935/36
Motor: Stratilek CIS 1621 4 Zylinder 1198 ccm 25,7 kw
Motornummer:1740
Motorstarter: Kurbel mit Magnetzündung
Eigengewicht: 500 Kg
Wasserlieferung: 1000 L / 6 atü


Geschichte:
diese Anhängepumpe ist als Leihgabe in den Kriegsjahren nach Kitzbühel gekommen. Das Bild oben zeigt das Übergabeschreiben an die Stadtfeuerwehr Kitzbühel im Jahre 1944.
Die FF Kitzbühel hat diese Pumpe am LF 8 Klöckner und am LF 8 Magirus angehängt und ist zu den Einsätzen gefahren.
Zum Einsatz kam diese Pumpe im 2. Weltkrieg bei Bränden in München,Rosenheim,Innsbruck, Wörgl und Kufstein und dabei leistete die Pumpe 4400 Einsatzstunden!
Eine spezielle Sache war der Startvorgang, es gab nur wenige Feuerwehrkameraden die die Pumpe starten konnten. Da war und ist die Sache mit den Zischventilen?
Später wurde diese Pumpe dann am ehemaligen Jeep (aus amerikanischen Militärbestand) angehängt.
Im Jahre 1968 wurde die Pumpe dann von der Feuerwehr ausgemustert, weil die tragbaren Pumpen mit VW Motoren auf den Markt kamen und leichter zum Hantieren waren und sind.
In den 90 iger Jahren übernahm die Oldtimergruppe dann die Pumpe als historisches Feuerwehrgerät.
Warum die Pumpe bei der Feuerwehr Kitzbühel "POLENSPRITZE" genannt wird, konnte nicht ausgeforscht werden!

Jetzt wird die Pumpe bei Feuerwehr Oldtimer Treffen am Gipsy angehängt. Wir wurden oft gefragt ob die Pumpe auch funktioniert? Leider nein, mußte immer wieder gesagt werden! Das war der Anlass, den Motor und die Pumpe wieder funktionstüchtig herzustellen!




Restaurierung:

Als die Oldtimergruppe noch in Kirchdorf die Werkstatt hatte, es war im Sommer 2012 wurde versucht die Pumpe wieder zu starten,leider waren alle Versuche zum Scheitern verurteilt, es funktionierte einfach gar nichts!
Im Oktober 2017, die Restaurierung vom Steyr 580 z, war abgeschlossen und wir konnten ein neues Projekt starten.
Die Anhängepumpe wurde aus der Halle 1 gezogen und man schaute sich die Maschine mal genauer an, ja dann wurde gleich besprochen
wie wir die Arbeit angehen werden.
Es wurde erstmal frischer Benzin in den Tank gefüllt und die erste Überaschung war, die Leitungen und Dichtungen waren undicht und vom Tank kam rostiger Benzin heraus.Es wurde daher der Tank,alle Benzinleitungen,der Filter mit dem Absperrhahn ausgebaut und gereinigt, der Benzintank wurde mit trockenem Splitt gefüllt und in eine Mischmaschine gesteckt. Nach längerer Zeit wurde der Splitt wieder herausgeleert und der Tank ganz genau ausgeblasen.
In der Zwischenzeit haben die Kameraden sich der Zündung der sogenannten Zischventile und der Kurbel angenommen.
Nach vielen Versuchen konnten wir den Motor drehen und nun war unser Freund und Helfer "LENZ" gefragt,der sich bestens bei
Magnetzündungen auskennt und diese auch instansetzen kann!
Der nächste Schritt war die Pumpe nach Brixen zu liefern und Spezialist " LENZ " gelang es den Motor zu starten und zum laufen zu bringen!!Danach wurde die Pumpe wieder nach St. Johann gezogen und nun wurden die nächsten Arbeiten in Angriff genommen.

Als Nächstes sind die wasserführenden Ventile und Leitungen von Rost und Ablagerungen gereinigt worden,alle Hebel und Gestänge für Gas und sonstige Einstellungen gängig gemacht worden. Dieser Motor hat eine spezielle Wasserkühlung denn das angesaugte Löschwasser wird zugleich für die Motorkühlung verwendet.
Als wir diese Leitungen und Absperrventile reinigen wollten, brach der Anschluß in der Ölwanne ab. Die Reparatur dieses genauen Arbeit haben wir dem Hartsteinwerk Kitzbühel mit Meister Josef Thaler und seinem Team überlassen.
Nach dem wir das alte zähflüssige Motoröl abgelassen hatten, konnten wir neues Motoröl einfüllen.
Um den Motor leichter zu starten haben hat Rudi einen Adapter für die Kurbel angefertigt, somit konnten wir die Pumpe mit einer starken Bohrmaschine starten.
Wir haben neuen Benzin in den Tank gefüllt und nach einigen Startversuchen ist der Motor angesprungen und hat einen guten Ton!

Ein weiterer großer Schritt war der Versuch mit der Pumpe einen Saugvorgang zu machen. Für dieses Vorhaben mußten wir die Schraub-
kupplungen der alten Saugschläuchen an den Gewindegängen händisch nachfeilen, danach die Schläuche an die Pumpe anschließen, Motor starten und die Vakuumpumpe einschalten. Böse Überaschung: bei Einschalten der Entlüfterpumpe stirbt der Motor ab? WARUM?

Unsere nächste Aufgabe ist den ganzen Ansaugteil von der Pumpe abzubauen, zerlegen und zu kontrollieren.

wenn wir soweit sind werden wir das Ergebniss hier wieder kundtun.
Für Anregungen oder Ratschläge über diese Pumpe sind wir natürlch froh und dankbar!